Das alte Tübinger Weingärtnerviertel ist ein unverwechselbares Stück Tübinger Altstadt. Im Gegensatz zur Oberstadt, die geprägt war von der Universität und der städtischen Ehrbarkeit, lebten in der sogenannten „Gôgei” lange Zeit die Weinbauern und Handwerker. Den Unterschied sieht man heute noch in der Architektur und in der Anordnung der Straßen und Plätze. Der Dialekt der „Gôgen” unterscheidet sich (zu früheren Zeiten) wesentlich von dem der Bewohner der „oberen” Stadt.
Das Wort „Gôg” wird mit einem offenem o ausgesprochen, also mehr zum a hin als zum o, aber auch wieder nicht wie Gag, sondern wie Gôg. Die Gôgen sind auskömmliche Leute, etwas derb und geradeaus in ihren Redensarten, mit Mutterwitz und Schlagfertigkeit begabt, der freilich, um zu wirken, einen Partner mit entsprechendem Reaktionsvermögen voraussetzt.
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