Was bleibt. Evamarie Sanders Leben, Familie und Wissenschaft
Das Museum der Universität Tübingen (MUT) nähert sich mit der neuen Ausstellung „Was bleibt. Evamarie Sanders Leben, Familie und Wissenschaft“ der ersten Professorin der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen. Evamarie Sander (1928–2023) prägte als akademische Lehrerin und Forscherin im Bereich Phytopathologie Generationen von Studierenden. Zugleich war sie weltweit gefragt als Spezialistin für virale Pflanzenkrankheiten.
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Objekte aus dem Alltag der Wissenschaftlerin, ihrer Forschung und ihrer Wohnumgebung; sie stellt Fragen zum grundsätzlichen Umgang mit solchen Vermächtnissen, die zunehmend an die Universität herangetragen werden; und sie fragt, was von einem Menschen bleibt, wenn sein Leben in Dingen und Dokumenten öffentlich weiterbestehen soll. In der Ausstellung „Was bleibt. Evamarie Sanders Leben, Familie und Wissenschaft“ verschränken sich – wie auch im rund 400-seitigen begleitenden Katalogbuch – ihre wissenschaftliche Karriere und der Einblick in die familiäre Tradition der bürgerlichen Wohnwelten und Alltagskultur aus mehreren Jahrhunderten.
Evamarie Sander verfügte bereits zu Lebzeiten ihren wissenschaftlichen und persönlichen Nachlass der Universität, konkret dem Museum der Universität Tübingen (MUT) und dem Universitätsarchiv, zu hinterlassen. Dieser Nachlass floss in ihre Stiftung und umfasst ihr Haus in Unterjesingen, die Möbel, Hausrat, Zier- und Gebrauchsgegenstände, aber auch wissenschaftliche und private Literatur, Korrespondenzen, Fotoalben, Filme, Schmuck, Kleidung sowie Kunst- und ethnografische Objekte. Am MUT wird der dingliche Nachlass als eigenständige „Sammlung Sander“ verwahrt; seine konservatorische Betreuung, wissenschaftliche Bearbeitung und die Ausstellung werden von der Evamarie Sander Stiftung finanziert.
„Die Ausstellung zu Professorin Evamarie Sanders Leben erinnert daran, dass wissenschaftliches Arbeiten immer auch ein persönlicher Weg ist – geprägt von Neugier, Verantwortung und dem Anspruch, Erkenntnisse weiterzugeben. Dass wir dieses Vermächtnis bewahren und im Dialog mit der Öffentlichkeit reflektieren, zeigt, wie eng exzellente Forschung, historisches Bewusstsein und gesellschaftliche Verantwortung an unserer Universität miteinander verbunden sind“, sagt Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.
„Evamarie Sander war ein Phänomen. Wir freuen uns daher wirklich sehr darüber, dass Sie es mit ihrem Vermächtnis möglich machte, dieses besondere Kapitel der Wissenschaftlerinnengeschichte an der Universität Tübingen zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt Professor Ernst Seidl, Leiter des Museums der Universität Tübingen MUT.